85. WITKACY:
Wir brauchen gar kein Jenseits. Sechs Stücke. Zweisprachige
Ausgabe polnisch und deutsch. Übersetzt und herausgegeben von Ewa
Makarczyk-Schuster und Karlheinz Schuster.
München, Verlag Otto Sagner, 2009. ISBN 978-3-87690-977-6. Br., 569 S.,
32,00 Euro (Best.Nr. 2085)
Stanis³aw Ignacy Witkiewicz, der sich selbst Witkacy nannte, wurde schon von
seinen Zeitgenossen zurecht als génie multiple angesehen. Ungeachtet seiner
vielfältigen sonstigen Tätigkeitsfelder ist er der Vertreter des Dramas und
Theaters der polnischen Avantgarde schlechthin. Es ist das Anliegen der
vorliegenden Ausgabe einen repräsentativen Teil seines dramatischen Werkes dem
heutigen deutschen Leserpublikum zugänglich zu machen und zugleich eine
Werkauswahl vorzulegen, die - etwa für Studierende und Wissenschaftler - auch
die Originaltexte bereithält. Bei allem Bemühen um philologische Genauigkeit
hatte bei der Übertragung die Umsetzung in eine bühnentaugliche Form Vorrang.
Den Texten ist eine Einführung in die Eigenheiten von Witkacys Dramatik
vorangestellt. Die hier versammelten Dramen aus den Jahren 1920 bis 1924, deren
ältere deutsche Versionen seit langem vergriffen sind, erscheinen in diesen
aktuellen Übersetzungen zum ersten Mal. Zweiter Band der zweisprachigen
Werkausgabe Witkacys (vgl. Bd. 79).
84. GURVIÈ-LI©ÈINER, S.:
Liènost' chudo¾nika v tvorèeskom mire Osipa Mandel'¹tama i tradicii
russkoj klassiki.
München, Verlag Otto Sagner, 2009. ISBN 978-3-87690-976-9. Br., 212 S.,
Namenreg., 32,00 Euro (Best.Nr. 2084)
Das Buch zeichnet die Entwicklung der Selbstwahrnehmung im Dichten und
Denken Osip Mandel'stams (1891-1938) nach, die sich mit dem Eintritt in
das "Jahrhundert der Wölfe" vollzog. Sie erschließt sich aus der
ungewöhnlich beweglichen Metaphorik seiner Versdichtungen sowie der
gattungsmäßigen Besonderheit seiner expressionistischen Prosa - in
Korrelation zum humanistischen Erbe der klassischen russischen
Literatur. Indem seine Lyrik die Verzweiflung über die
"Spinnentaubheit", welche das Land erfasst hatte, überwindet, sammelt
sie von den 1930er Jahren an die Energie zur Herausforderung der Macht
des lebensfeindlichen Totalitarismus. Die Persönlichkeit des
verfolgten, gequälten Dichters erlangt in seiner Lyrik die Kraft des
Verteidigers der Menschlichkeit, wird zu einer Verkörperung von
Tapferkeit und Güte.
83. BIELFELDT, Sigrun:
Selbst oder Natur. Schellings Anfang in Rußland.
München, Verlag Otto Sagner, 2008. ISBN 978-3-87690-975-2. Br., 459 S.,
39,80 Euro (Best.Nr. 2083)
Anfänge haben ihren eigenen Zauber. Der Beginn russischer
Auseinandersetzung mit der Philosophie Friedrich Wilhelm Joseph
Schellings verdankt sich einem Unbekannten. Unter den Würzburger
Schülern, die in den Jahren 1803 bis 1806 Schellings Vorlesungen zur
Natur- und Identitätsphilosophie besuchen, findet sich unverhofft der
russische Mediziner D.M. Vellanskij. Seine Vorgeschichte bleibt im
Dunkel, seine Nachwirkung aber ist groß. Den schellingschen
Grundgedanken einer Konformation von Mensch und der ihm zugeordneten
gott- und seelendurchwirkten Welt nimmt Vellanskij mit nach Rußland.
Der Rekonstruktion dieses singulären interkulturellen
Verständniszusammenhangs ist der vorliegende Band gewidmet.
82. Ti nivol mi.
Eine Anthologie polnischer Gegenwartsdramen. Sieben Stücke. Polnisch/Deutsch.
Übersetzt und herausgegeben von Ewa Makarczyk-Schuster und Karlheinz Schuster.
München, Verlag Otto Sagner, 2008.
ISBN 978-3-87690-974-5. Br., 357 S., 34,00 Euro
(Best.Nr. 2082)
Der vorliegende Band umfasst polnische Theaterstücke aus den ersten Jahren des
21. Jahrhunderts von Jan Klata, Marek Kochan, Jacek Papis, Monika Powalisz,
Maria Spiss und Szymon Wroblewski. Die Autoren gehören zu den besten Dramatikern
der letzten Jahre. Prägend für die vorliegenden Stücke ist ihre
Standpunktbezogenheit. Die Menschen in Polen haben die Jahre nach dem Ende der
kommunistischen Diktatur unvorbereitet, radikal, ja traumatisierend erlebt.
Vielfältige Formen von Orientierungslosigkeit, Fehlorientierung und Beschädigung
kennzeichnen fast alle Rollenfiguren. Charakteristisch für diese Stücke ist ihre
Deutungs- und somit auch Aufführungsoffenheit.
81. Kunst am Ende des Realsozialismus.
Entwicklungen in den 1980er Jahren.
Herausgegeben von Doris Boden und Uta Schorlemmer.
München, Verlag Otto Sagner, 2008. ISBN 978-3-86688-010-8.
Br., 346 S. m. zahlr. teils farb. Abb., 34,80 Euro
(Best.Nr. 2081)
Im Rückblick erscheinen die gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklungen in
den 1980er Jahren in Ostmitteleuropa vom Ende des Realsozialismus geprägt.
Allerdings war der Realsozialismus keine geschlossene gesellschaftspolitische
Einheit und Künstler und Intellektuelle hatten unterschiedliche Möglichkeiten,
auf die jeweiligen Formen staatlicher Eingriffe zu reagieren: Die Bedingungen
politischer Repression führten zur Entstehung eigenwilliger Ausdrucksformen, die
von westlichen Entwicklungen weniger weit entfernt waren, als man vermuten
könnte; doch zugleich wurde unangepasste Kunst missverstanden oder für
staatliche Zwecke instrumentalisiert. Der vorliegende Band bringt Beiträge
zusammen, die solche ambivalenten Phänomene im Spannungsfeld von Kunst, Politik
und Zensur sowohl im nationalen als auch im europäischen Kontext untersuchen, um
die gesellschaftspolitischen und kulturellen Zusammenhänge aufzuzeigen und eine
differenzierte Sicht auf den Realsozialismus der 1980er Jahre zu ermöglichen.
80. LÜTVOGT, Dörte:
Zeit und Zeitlichkeit in der Dichtung Wislawa Szymborskas.
München, Verlag Otto Sagner, 2007. ISBN 978-3-87690-914-1. Br., 388 S.
m. Bibliogr. u. Index., 39,80 Euro
(Best.Nr. 2080)
Im lyrischen Werk der polnischen Nobelpreisträgerin Wislawa Szymborska bildet
die Auseinandersetzung mit der Zeit ein Zentrum der poetischen Reflexion, das
in diesem Buch erstmals systematisch erschlossen wird. Das Augenmerk liegt
dabei auf jenen virtuosen Prozedieren zwischen den Diskursarten, das der
umfassenden Bildung der Dichterin verdankt ist und ihre Sonderstellung in der
polnischen Lyrik begründet. Die Analyse konzentriert sich auf mehrere zentrale
Fragenkomplexe, die in Szymborskas Oeuvre immer wieder aufgegriffen werden: Es
geht um das Verhältnis von Zeit und Ewigkeit, Zufall und Notwendigkeit, Zeit
und Veränderung, um die verschiedenen möglichen Topologien des zeitlichen
Geschehens, um die Frage nach der Entstehung und Beschaffenheit des
menschlichen Zeitbewusstseins und um die Problematik der Dreiteilung der Zeit
in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
79. WITKACY:
Man hat uns das Jenseits genommen...
Fünf Stücke. Polnisch/Deutsch.
Übersetzt und herausgegeben von Ewa Makarczyk-Schuster und Karlheinz Schuster.
München, Verlag Otto Sagner, 2006. ISBN 978-3-87690-913-4. Paperback, 527 S., 22,80 Euro
(Best.Nr. 2079)
Stanislaw Ignacy Witkiewicz, der sich selbst Witkacy nannte, wurde schon von
seinen Zeitgenossen zurecht als "genie multiple" angesehen. Ungeachtet seiner
vielfältigen sonstigen Tätigkeitsfelder ist er der Vertreter des Dramas und
Theaters der polnischen Avantgarde schlechthin. Es ist das Anliegen der
vorliegenden Ausgabe, einen repräsentativen Teil seines dramatischen Werkes dem
heutigen deutschen Leserpublikum zugänglich zu machen und zugleich eine
Werkauswahl vorzulegen, die - etwa für Studierende und Wissenschaftler - auch
die Originaltexte bereithält. Bei allen Bemühungen um philologische Genauigkeit
hatte bei der Übertragung die Umsetzung in eine bühnentaugliche Form Vorrang.
Den Texten ist eine Einführung in die Eigenheiten von Witkacys Dramatik
vorangestellt. Die hier versammelten Dramen aus den Jahren 1920-1924, deren
ältere deutsche Versionen seit langem vergriffen sind, erscheinen in diesen
aktuellen Übersetzungen zum ersten Mal.
78. Lovell, Stephen; Menzel, Birgit (eds.):
Reading for Entertainment in Contemporary Russia.
Post-Soviet Popular Literature in Historical Perspective.
München, Verlag Otto Sagner, 2005. ISBN 978-3-87690-912-7. Paperback, 202 pp., 32,00 Euro
(Best.Nr. 2078)
This volume brings together scholars from Britain, Germany and Russia
to investigate the unprecedented boom in commercial popular literature
that has occurred in post-Soviet Russia. From the early 1990s onwards,
Russian readers began to rediscover genres of mass fiction that in
Soviet times had been either taboo or under a dark cloud. Book
publishing became a true 'business', and all genres of literature were
fair game for the emerging literary entrepreneurs. Western thrillers
and romantic novels were widely translated, but 'native' authors were
soon trying their hand at these new forms - some of them with great
commercial success. Russia was assimilating foreign cultural models
with extraordinary rapidity, but at the same time giving them a new and
distinctive flavour. "Reading for Entertainment in Contemporary Russia"
is the first full attempt to describe and analyse this remarkable
three-way encounter between Russian and Soviet cultural traditions,
Western genre patterns, and post-Soviet social and economic realities.
It offers rich material for scholars and students in literary and
cultural studies as well as for all readers with an interest in
contemporary Russian culture and society.
77. Göbler, Frank (Hrsg.):
Polnische Literatur im europäischen Kontext.
Festschrift für Brigitte Schultze zum 65. Geburtstag.
München, Verlag Otto Sagner, 2005. ISBN 978-3-87690-910-3. Br., 289 S., 36,00 Euro
(Best.Nr. 2077)
Dieser Band verfolgt ein doppeltes Ziel: Erstens will er Person und
wissenschaftliche Oeuvre von Prof. Dr. Brigitte Schultze ehren, die
seit 1987 an der Universität Mainz die westslavischen Literaturen
vertritt und das Mainzer Polonicum leitet. Zweitens will er einen
Beitrag zu einem spezifischen Teilgebiet slavistischer Forschung
liefern - daher die Beschränkung auf polonistische Themen; daher der
Fokus auf kontextuelle Aspekte. Das Generalthema "Polnische Literatur
im europäischen Kontext" differenziert sich in Untersuchungen zu
epochengeschichtlichen Fragestellungen, Rezeptionsproblemen,
kulturellen Schlüsselkonzepten, Intertextualität und
Übersetzungstheorie. Es kommen dabei Wissenschaftler zu Wort, mit denen
Brigitte Schultze enger zusammengearbeitet hat: Kollegen und
Mitarbeiter an der Universität Mainz, polnische Kollegen, mit denen sie
übersetzungstheoretische, theater- und kulturwissenschaftliche und
editorische Projekte durchgeführt hat sowie Kollegen aus der
deutschsprachigen Polonistik, mit denen sie gute Kontakte pflegt.
76. Göbler, Frank (Hrsg.):
Russische Emigration im 20. Jahrhundert. Literatur-Sprache-Kultur.
Unter Mitarbeit von Ulrike Lange.
München, Verlag Otto Sagner, 2005. ISBN 978-3-87690-909-7.
Br., 412 S. m. zahlr. farb. Abb. 39,80 Euro (Best.Nr. 2076)
Die russische Emigration ist erst relativ spät in das Zentrum des
kulturwissenschaftlichen Interesses getreten. In Russland zumal hat eine
objektive Auseinandersetzung mit diesem Komplex erst infolge der Perestrojka
einsetzen können. Ungeachtet der intensiven Forschungs- und Editionstätigkeit
seit Ende der 1980er Jahre und der inzwischen zur Normalität gewordenen
Kooperation mit ausländischen Wissenschaftlern ist der Nachholbedarf auf
diesem Feld immer noch groß. Diese Beobachtung gab den Anstoß, wichtige
Vertreter des Forschungsgebiets aus Deutschland, Russland, der Ukraine,
Frankreich, Italien, Großbritannien und den USA an der Johannes
Gutenberg-Universität Mainz zu einem Austausch über ihre Fragestellung,
Methoden und Erkenntnisse zusammenzubringen: A. Bourmeyster, R. Goldt, A.
Lysenko, M. Böhmig, G. Nivat, R. Mnich, F. Göbler, N. Bogomolov, W.S. Kissel,
N. Balestrini, K. Lappo-Danilewskij, S. Dmitrenko, U. Lange, Ch. Kraus, J.
Glad, Z. Zinik, B. Chazanow, U. Patzke, V. Zhdanova. Der hier vorliegende Band
vereinigt in deutscher, russischer und englischer Sprache die Beiträge dieser
Tagung.
75. Specht, Benjamin:
Die Lyrik Bella Achmadulinas.
München, Verlag Otto Sagner, 2005. ISBN 978-3-87690-911-0. Br., 224 S., 29,80 Euro
(Best.Nr. 2075)
Bella Achmadulina (geb. 1937) begann ihre literarische Tätigkeit
während der Tauwetter-Periode. Sie entwickelte früh einen poetischen
Stil, der sich an klassischen Vorbildern aus dem 19. und 20.
Jahrhundert orientierte, zugleich aber ein hohes Maß an Individualität
und Wiedererkennbarkeit erreichte. Auch die Wirkung ihres
Bühnenvortrags trug zu einem schnell wachsenden Bekanntheitsgrad bei,
sodass sie zu einer der anerkanntesten und populärsten Lyrikerinnen in
der Sowjetunion avancieren konnte. In der vorliegenden Arbeit werden
einerseits ausgewählte Gedichte Bella Achmadulinas einer textnahen
Analyse unterzogen, andererseits wird der Versuch unternommen, die
Relevanz ihrer scheinbar zeit- und weltfernen intimen Lyrik für die
kulturelle Entwicklung in der Sowjetunion und Russland darzustellen.
74. Lorenz, Irmgard:
Jagdwörterbuch Russisch-Deutsch.
München, Verlag Otto Sagner, 2005. ISBN 978-3-87690-908-0. Br., 181 S., 22,80 Euro
(Best.Nr. 2074)
Das Wörterbuch erläutert in ca. 5.500 Stich- und Verweiswörtern Begriffe aus
dem russischen Jagdwesen auf den Gebieten der Wildbiologie, Jagdtechnik
einschließlich Fallenstellerei und Beizjagd, Kynologie, Waffenkunde sowie
jagdliche Einrichtungen und Ausrüstung des Jägers; Benennung von jagdlich
relevanten Geländeformationen, Witterungserscheinungen und Bezeichnungen aus
dem Deckung und Nahrung gebenden Pflanzenreich wurden mit aufgenommen. Es ist
für den deutschsprachigen Benutzer eingerichtet. Russische Wörter sind mit
Betonungsangaben versehen, der Übersetzung bzw. Bedeutungserklärung ist nach
Möglichkeit die Entsprechung in der deutschen Jägersprache beigefügt. Das
Wörterbuch soll dem Fachmann wie dem jagdlichen Laien den Zugang zur russischen
Jagdliteratur in Belletristik und Fachpublikationen erleichtern und ist darüber
hinaus aufgrund des immanenten Vergleichs des deutschen und russischen
Jagdwesens auch für den Jagd- und Kulturhistoriker von Interesse.
73. Kasack, Wolfgang:
Der Tod in der russischen Literatur. Herausgegeben von Frank Göbler.
München, Verlag Otto Sagner, 2005. ISBN 978-3-87690-907-3. Br., 359 S., 39,80 Euro.
(Best.Nr. 2073)
Der vorliegende Band realisiert den viele Jahre gehegten Plan Wolfgang Kasacks
(1927-2003), ein Buch über die Darstellung des Todes in der russischen
Literatur zu veröffentlichen. Besonders in seinen letzten Lebensjahren hat er
zahlreiche Einzelstudien in Form von Aufsätzen publiziert sowie für sein
Buchprojekt Materialien zusammengetragen, die sich als Textdateien in seinem
Nachlaß fanden. Da Kasack die abschließende Bearbeitung und Komposition zu
einer thematisch gegliederten Darstellung nicht mehr vornehmen konnte, werden
die Texte hier nach Autoren geordnet präsentiert, die Aufsätze in
chronologischer, die unveröffentlichen Materialien in alphabetischer Folge. Das
Buch insgesamt vermittelt nicht nur Einblicke in Kasacks religiös geprägte
Interpretationen und Bewertungen, sondern liefert auch eine reiche
Materialquelle für jeden, der sich mit dem Thema beschäftigen möchte.
72. Fuchs, Birgit:
Natal'ja Baranskaja als Zeitzeugin des Sowjetregimes.
München, Verlag Otto Sagner, 2005. ISBN 978-3-87690-900-4.
Br., 250 S., mit Literaturverzeichnis., 32,00 Euro.
(Best.Nr. 2072)
Natal'ja Baranskaja (1908-2004) wurde erst im Alter von 60 Jahren einem breiten
Publikum bekannt. Mit ihrer Erzählung "Woche um Woche" erlangte sie sofort
Weltruhm. Die Heldinnen ihrer Werke sind berufstätige Frauen und Mütter, die
entgegen allen Widrigkeiten des Lebens ihren Weg gehen und sich erfolgreich
bemühen, nicht zu resignieren. Baranskajas Bedeutung für die russische
Literatur liegt darin, dass sie hinter der vordergründigen Problematik - dies
sind insbesondere die sozialen Verhältnisse der UdSSR in den 1960er und 1970er
Jahren - stets den Menschen sieht, das Allgemeingültige, das für sie unabhängig
von politischer Epoche und Gesellschaft das Wesentliche ausmacht. Die
vorliegende Gesamtdarstellung des Werkes von Natal'ja Baranskaja untersucht
nach einer biographischen und rezeptionsgeschichtlichen Einführung die
zentralen Themenkomplexe ihres Schaffens.
71. Kasack, Wolfgang:
Dmitrij Klenovskij. Geheimnis des Seins. Gedichte zu Tod, Transzendenz und dem Schutzengel.
2002. 223 S., 4 Abb., im Anhang: Russische Originale der erwähnten 123 Gedichte.
22,00 Euro (3-87690-762-4)
Hier wird die erste Monographie über den russischen Lyriker Dimitrij
Klenovskij (1892-1976) vorgelegt. Er ist einer der wenigen, die nach der Flucht
aus der Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg bis zum Tode in Deutschland blieben.
Bedeutende russische Dichter wie Anna Achmatova und Ivan Bunin zählten ihn
zu den besten russischen Lyrikern, hohe Anerkennung zollten ihm Gleb Struve und
Johannes von Günther als Literaturwissenschaftler, doch in der Slavistik
fand er als Emigrant kaum Beachtung. Seine Lyrik ist in vielfältiger Weise
auf der Suche nach dem "Geheimnis des Seins" und kann über ihre hier
untersuchten Hauptmotive - sein Leben mit dem Tod und mit den geistigen
Helfern, den Engeln - in Tiefen dringen, die wesentlich zum Erkennen des
Daseins des Menschen beitragen.
70. Kodzis, Bronislaw:
Literaturnye centry russkogo zarubez´ja 1918-1939. Pisateli. Tvorceskie
ob´edinenija. Periodika. Knigopecatanie.
2002. 318 S. 32,00 Euro (3-87690-760-8)
Der Erforschung der russischen Emigration, die der Machtergreifung Lenins
folgte, hat nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion eine Reihe Wissenschaftler
insbesondere in Deutschland, Rußland und den USA ihre Aufmerksamkeit
gewidmet. Prof.Dr.B.Kodzis, Universität Opole, hat dank der Fritz
Thyssen-Stiftung die Gelegenheit bekommen, in Zusammenarbeit mit der
Universität Köln die Entwicklung der zahlreichen neuen Zentren
russischen literarischen Lebens detailliert zu erforschen - die Tätigkeit
ihrer Hauptvertreter, die neu entstandenen Verlage und jeweiligen gemeinsamen
Publikationen wie Almanache, Zeitschriften und Sammelbände. Seine
reichhaltige Dokumentation bietet eine wesentliche Ergänzung zu den
bisherigen Veröffentlichungen: konzentrierte Darstellung der zehn
wichtigsten Zentren in Europa und der zwei im Fernen Osten. Die Anlage des
Buches erleichtert seine Nutzung auch als Nachschlagewerk.
69. Burchard, A.:
Klubs der russischen Dichter in Berlin 1920-1941.
2001. 349 S., Bibliogr., Reg. 29,60 Euro (3-87690-759-4)
Dieses Buch ist dem literarischen Leben der russischen Emigration in Berlin
gewidmet. Die Stadt wurde nach dem Umsturz von 1917 für einige Jahre zum
wichtigsten Zentrum des Exils und blieb trotz der Abwanderung vieler
Intellektueller vor allem nach Paris bis 1933 ein Kristallisationspunkt der
russischen Kultur "jenseits der Grenzen". Die Untersuchung stellt erstmals
jene Schriftstellervereinigungen ausführlich vor, die das russische
literarische Leben in Berlin prägten. Im Mittelpunkt stehen Institutionen, die
für die Weimarer Zeit charakteristisch waren: das "Hilfskomitee für russische
Schriftsteller und Gelehrte", der "Verband der Journalisten und
Schriftsteller" und die Dichterkreise "Vereteno" und "Klub poetov".
Abschließend werden Institutionen einbezogen, die nach 1933 von russischen
Verfechtern des Nationalsozialismus gegründet wurden: das Feuilleton der
Zeitung "Novoe slovo" und der "Russische Nationalverlag". Die
Einzeldarstellungen sind eingebettet in Überblicke zu den historischen,
sozialen und kulturellen Bedingungen des russischen Exils in Berlin.
68. Kasack, Wolfgang (Hrsg.):
Lexikon der russischen Literatur des 20. Jahrhunderts.
Bibliographische und biographische Ergänzungen.
Bearbeitet von Pia-Susan Berger-Bürgel und Natascha Regehr.
2000. 80 S. (3-87690-761-6). Vergriffen.
Dieser Band enthält bibliographische und biographische Ergänzungen
für die Jahre 1992 bis 2000 zu Wolfgang Kasacks "Lexikon der russischen
Literatur des 20. Jahrhunderts" (München: Otto Sagner 1992), das
inzwischen in englischer, russischer, bulgarischer und polnischer
Übersetzung erschienen ist. In der Regel betreffen die biographischen
Ergänzungen Todesdatum und Todesort in der Zwischenzeit verstorbener
Autoren und Korrekturen, wenn genauere Lebensdaten gefunden wurden, die
bibliographischen augewählte Primär- und Sekundärliteratur, die
nach der zweiten Auflage veröffentlicht wurde.
Auf Artikel zu den einzelnen Schriftstellern und Sachbegriffen, die seit 1992
in neuen Handbüchern erschienen sind, wird mit ergänzenden Siglen
verwiesen. Diese 21 Nachschlagewerke werden beschrieben und beurteilt.
Für das Lexikon "Russkie pisateli. XX vek. Biobibliograficeskij slovar',
Moskva 1998" wurden zur Erleichterung einer parallelen Benutzung zwei Register
(nach Schriftstellern und nach Verfassern) beigefügt.
67. Kasack, Wolfgang:
Christus in der russischen Literatur:
Ein Gang durch die Literaturgeschichte von ihren Anfängen bis zum Ende des
20. Jahrhunderts.
Wissenschaftliche Ausgabe mit Anthologie in russischer Sprache.
1999. 296 S. (3-87690-758-6). Vergriffen.
Dieses Buch beschreibt Darstellungen Christi in der russischen Literatur von
den Anfängen bis zum Ende des zwanzigsten Jahrhunderts. Die Analyse der Werke
von über hundert Schriftstellern veranschaulicht die große religiöse und
formale Vielfalt der Umsetzung dieses Motivs und erweitert dabei die
Gesamtvorstellung von jedem einzelnen Autor und von der Entwicklung der
russischen Literatur. Sie zeigt auch Einbettung und Eigenständigkeit innerhalb
der europäischen Geistesgeschichte und die Abhängigkeit von der politischen
Entwicklung der Sowjetunion. Die dieser Ausgabe beigefügte Anthologie enthält
100 teils vollständig, teils auszugsweise abgedruckte Textbeispiele in
russischer Sprache.
66. Setschkareff, Vsevolod:
Russische Literatur des 20. Jahrhunderts.
Beiträge zu Aldanov, Annenskij, Brjusov, Gumilev, Morsen,
Muratov, Nobokov, Osorgin.
Herausgegeben von Wolfgang Kasack.
1999. 286 S. 24,54 Euro (3-87690-604-0)
Vsevolod Setschkareff (1914-1998), der als Slavist in Bonn, Köln, Hamburg und
Boston (Harvard University) lehrte, ist als Autor von Monographien über Gogol',
Leskov, Puskin, Annenskij und Goncarov bekannt. Er hat ferner eine Reihe
wichtiger Beiträge zur russischen Literatur auf deutsch, englisch und russisch
veröffentlicht, von denen hier zwölf zu Autoren des 20. Jahrhunderts
zusammengefaßt sind. Hinzugefügt sind zwei Rezensionen zu Werken dieser Zeit,
da Setschkareff auch in diesem Bereich Wesentliches geleistet hat.
65. Berger-Bügel, Pia-Susan: Andrej Platonov. Der Roman Scastlivaja Moskva im Kontext seines Schaffens und seiner Philosophie. 1999. 240 S. 21,47 Euro (3-87690-603-2)
64. Hinrichs Jan Paul: In Search of Another St. Petersburg. Venice in Russian Poetry (1823-1997). 1997. 112 S. 10,23 Euro (3-87690-602-4)
63. Kasack Wolfgang (Hrsg.): Kirchen und Gläubige im postsowjetischen Osteuropa. 1996. 226 S. 21,47 Euro (3-87690-553-2)
62. Kasack Wolfgang: Die russische Schriftsteller-Emigration im 20. Jahrhundert. Beiträge zur Geschichte, den Autoren und ihren Werken. 1996. 360 S. 29,65 Euro (3-87690-552-4)
61. Irlenkäuser, Olaf: Die russischen Literaturzeitschriften seit 1985. Kontinuität und Neubeginn. 1994. 112 S. 10,23 Euro (3-87690-550-8)
60. Julius, Anette: Lidija Cukovskaja - Leben und Werk. 1995. (3-87690-551-6). Vergriffen.
59. Munz, Marion: Boris Chazanov. Erzälstrukturen und thematische Aspekte. 1994. 120 S. 10,23 Euro (3-87690-549-4)
58. Satunovskij, Jan: Rubljenaja proza. Sobranie stichotvorenij. Sostavlenie, podgotovka teksta i predislovie Vol'fganga Kazaka, posleslovie Gennadija Ajgi. 1994. 324 S. 25,56 Euro (3-87690-548-6)
57. Heyl, Daniela von: Die Prosa Konstantin Vaginovs. 1993. 111 S. 10,23 Euro (3-87690-510-9)
56. Reißner, Eberhard: Das russische Drama der achtziger Jahre. Schmerzvoller Abschied von der großen Illusion. 1992. 342 S. 26,59 Euro (3-87690-514-1)
55. Hinrichs, Jan Paul: Verbannte Muse. Zehn Essays über russische Lyriker der Emigration. (A. Nesmelov, G. Ivanov, V. Lebedev, D. Knut, V. Lourié, B. Poplavskij, A. Stejger, V. Perelesin, N. Morsen, I. Elagin.) 1992. 139 S. 12,27 Euro (3-87690-513-3)
54. Suxoparov, Sergej M.: Aleksej Krucenyx. Sud'ba budetljanina. Redakcija i predislovie Vol'fganga Kazaka. 1992. 162 S. (3-87690-512-5), vergriffen.
53. Göbler, Frank: Das Werk Aleksej Konstantinovic Tolstojs. 1992, 460 S. 44,99 Euro (3-87690-511-7)
52. Kasack, Wolfgang: Lexikon der russischen Literatur des 20. Jahrhunderts: Vom Beginn des Jahrhunderts bis zum Ende der Sowjetära. 1992. XVIII S., 1480 Sp., 12 S. 2., neu bearb. u. erw. Aufl. 50,11 Euro (3-87690-459-5)
51. Fuchs, Birgit: Mensch, Gesellschaft und Religion im Werk Timur Pulatovs. 1992. 95 S. 9,20 Euro (3-87690-460-9)
50. Kasack, Wolfgang: Russische Literatur des 20. Jahrhunderts in deutscher Sprache. 2. Band: 450 Kurzrezensionen von Übersetzungen 1984-1990. 1991. 286 S. 23,01 Euro (3-87690-458-7)
49. Böhmig, Michaela: Das russische Theater in Berlin 1919-1931. 1990. 324 S. 26,59 Euro (3-87690-457-9)
48. Hüllen, Christopher: Der Tod im Werk Vladimir Nabokovs. Terra incognita. 1990. 254 S. 18,41 Euro (3-87690-376-9)
47. Axmet'ev, Ivan: Miniatjury. Sbornik stixov. Predislovie Vsevoloda Nekrasova. 1990. 70 S. 10,23 Euro (3-87690-375-0)
46. Kasack, Wolfgang: Russian literature 1945-1988. Translated by Carol Sandison. 1989. 160 S., 35 Abb. 12,27 Euro (3-87690-374-2)
45. Die geistlichen Grundlagen der Ikone. Herausgegeben von Wolfgang Kasack. 1989. 204 S., 23 Abb. 14,32 Euro (3-87690-373-4)
44. Tausend Jahre Russische Orthodoxe Kirche. Beiträge von Geistlichen der Russischen Orthodoxen Kirche im Ausland und Wissenschaftlern verschiedener Disziplinen. Herausgegeben von Wolfgang Kasack. 1988. 200 S. 14,32 Euro (3-87690-372-6)
43. Göbler, Frank: Vladislav F. Chodasevic. Dualität und Distanz als Grundzüge seiner Lyrik. 1988. 304 S. 19,43 Euro (3-87690-371-8)
37. Schäper, Renate: Die Prosa V. G. Rasputins. Erzählverfahren und ethisch-religiöse Proble-matik. 1985. 294 S. 19,43 Euro (3-87690-317-3)
36. Lindenberg (Celiscev), Vladimir: Tri doma. Avtobiografija 1912-1918 gg., napisannaja v 1920 godu. Podgotovka teksta i posleslovie Vol'fganga Kazaka. 1985. 92 S. 16 Abb. (3-87690-276-2), vergriffen.
35. Kasack, Wolfgang: Russische Literatur des 20. Jh. in deutscher Sprache. [Bd. 1:] 350 Kurzrezensionen von Übersetzungen 1976-1983. 1985. 160 S. 11,25 Euro
34. Wangler, Luise: Vasilij Belov. Menschliche und gesellschaftliche Probleme in seiner Prosa. 1985. 70 S. 6,14 Euro (3-87690-274-6)
33. Platonov, Andrej: Starik i staruxa. Poterjannaja proza. Sostavlenie i predislovie Fol'kera Levina. 1984. 216 S. 13,29 Euro (3-87690-273-8)
31. Loseff, Lev: On the beneficence of censorship. Aesopian language in modern Russian literature. 1984. 278 S. 19,43 Euro (3-87690-211-8)
30. Lunc, Lev: Zavescanie Carja. Neopublikovannyj kinoscenarij. Rasskazy. Stat'i. Recenzii. Pis'-ma. Nekrologi. Sostavlenie i predislovie Vol'fganga Srika. 1983. 214 S. 12,27 Euro (3-87690-210-X)
29. Bulgakov, Mixail: Zabytoe. Rannjaja proza. Sostavlenie i predislovie Fol'kera Levina. 1983. 140 S. 9,20 Euro (3-87690-209-6)
28. Kasack, Wolfgang: Die russische Literatur 1945-1982. Mit einem Verzeichnis der Übersetzungen ins Deutsche. 1983. 120 S. 7,67 Euro
27. Bulgakov, Mixail: Belaja gvardija. P'esa v cetyrex dejstvijax. Vtoraja redakcija p'esy "Dni Turbinyx". Podgotovka teksta, predislovie i primecanija Lesli Miln. 1983. 152 S. 9,20 Euro (3-87690-207-X)
24. Bulgakov, Mixail: Rannjaja neizvestnaja proza. Sostavlenie i predislovie F. Levina. 1981. 254 S. 17,90 Euro (3-87690-155-3)
22. Obolduev, Georgij: Ustojcivoe Neravnoves'e. 1979. 176 S. 10,23 Euro (3-87690-153-7)
21. Die Russische Orthodoxe Kirche in der Gegenwart. Beiträge zu einem Symposium der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde. Hrsg. von Wolfgang Kasack. 1979. 86 S. 5,00 Euro
20. Bulgakov, Mixail: Rannjaja nesobrannaja proza. Sostavlenie F. Levina i L. V. Svetina. Predislovie F. Levina. 1978. 250 S. 15,34 Euro (3-87690-147-2)
18. Martini, Angela: Erzähltechniken Leonid Nikolaevic Andreevs. 1978. 322 S. 15,34 Euro (3-87690-145-6)
12. Bulgakov, Mixail: Rannjaja neizdannaja proza. Sostavlenie i predislovie F. Levina. 1976. 215 S. 12,27 Euro
9. Dreyer, Hans-Joachim: Petr Versigora. "Ljudi s cistoj sovest'ju". Veränderungen eines Partisanenromans unter dem Einfluß der Politik. 1976. 101 S. 7,67 Euro (3-87690-114-6)
5. Vvedenskij, Aleksandr: Izbrannoe. Herausgegeben und eingeleitet von Wolfgang Kasack. 1975. 158 S. 10,23 Euro
3. Mistrík, Jozef: Exakte Typologie von Texten. 1973. 157 S. 9,20 Euro
1. Appel, Sabine: Jurij Olesa. "Zavist'" und "Zagovor cuvstv". Ein Vergleich des Romans mit seiner dramatisierten Fassung. 1973. 234 S. 12,27 Euro