Kubon & Sagner Buchexport-Import GmbH

Verlag Otto Sagner

Slavistische Beiträge (ab Band 438 / 2005)

Begründet von Alois Schmaus, herausgegeben von Peter Rehder
(Beirat: Tilman Berger - Walter Breu - Johanna Renate Döring-Smirnov - Wilfried Fiedler - Walter Koschmal - Ulrich Schweier - Milos Sedmidubský - Klaus Steinke)

neu470: SCHLUND, Katrin: Genese und Gebrauch von Höflichkeitsformeln im Serbischen und Deutschen. Ein funktionales Modell der Höflichkeit und seine Anwendung. München - Berlin, Verlag Otto Sagner, 2009. ISBN 978-3-86688-082-5. Br., 260 S. mit Tabellen, Grafiken, Literatur- und Abkürzungsverz., 32,00 Euro (Best.Nr. 1470)
Sprachliche Höflichkeitsformeln gelten als einer der unmittelbarsten Reflexe gesellschaftlicher Verhältnisse in der Sprache. In der Arbeit wird der Zusammenhang zwischen sprachlicher Höflichkeit und gesellschaftlichen Bedingungen im Serbischen und Deutschen anhand von authentischem Datenmaterial vergleichend untersucht. Im Fokus des Interesses stehen dabei Anredeformeln und Bitten, die auf der Basis ihrer kommunikativen Funktion - der adäquaten Gestaltung von Nähe- und Distanzbeziehungen - analysiert werden. Es wird gezeigt, dass serbische und deutsche Höflichkeitsformeln sich nicht nur in Bezug auf eine unterschiedliche Bewertung von Nähe und Distanz unterscheiden, sondern dass auch die spezifischen Eigenschaften der beiden Sprachsysteme Höflichkeitsunterschiede bedingen. Über die bisherigen Höflichkeitstheorien hinausgehend wird ein Ansatz entwickelt, der sprachliche Höflichkeitsformeln auf Basis ihrer Funktion systematisch beschreibt und dabei das Zusammenspiel von externer Sprachgeschichte und systemimmanenten Faktoren berücksichtigt.

neu469: ZEMLA, Malgorzata: Der polnische Essay und seine kulturmodellierende Funktion. (Jerzy Stempowski und Czeslaw Milosz) München - Berlin, Verlag Otto Sagner, 2009. ISBN 978-386688-059-7. Br., 319 S., 34,00 Euro (Best.Nr. 1469)
Die Studie widmet sich der komplexen Rolle der Essay-Gattung im Rahmen der polnischen Zwischen- und Nachkriegsliteratur. Der polnische Essay wird als literarische Form des Denkens definiert, die eine zur Wissenschaft komplementäre und kritische Rolle erfüllt. In der in dieser Untersuchung vorgestellten Essayistik befassen sich Jerzy Stempowski und Czes³aw Mi³osz vor allem mit den Defiziten, die sie im philosophischen Denken über die Vergangenheit und in der auf diesem Denken basierenden Historiographie im 20. Jh. feststellen. Einen besonderen Platz nimmt dabei das Verhältnis zwischen Historiographie und Politik ein. Auch im Kontext der in Polen geführten Debatte über die Geschichtspolitik erweist sich die erneute Lektüre dieser Essays als ergiebig und kann sie um neue Impulse bereichern.

neu467: LEHRMAN, Alexander: Anton Èechov's Vi¹nevyj sad. A Critical Edition of the Original Russian Text with an Introduction, a New Translation and Supplementary Materials. München - Berlin, Verlag Otto Sagner, 2009. ISBN 978-3-86688-057-3. Br., 233 S., 32,00 Euro (Best.Nr. 1467)
This critical edition of Anton Èechov's masterpiece restores the Russian text to the form in which Èechov himself saw it through to publication, freeing it for the first time from passages inserted by Soviet editors for ideological reasons. The original text is accompanied by a translation intended to be a precise equivalent, in contemporary American English, of Èechov's stylistically polyphonic original. The book opens with a critical and hermeneutic introduction documenting the writing and first staging of the play, outlining its reception and transmission, and discussing for the first time distortions stemming both from Stanislavskij's incomprehension and from Soviet literary politics. The introduction also offers a fresh, multilayered explication of the play's meanings, shedding new light on Èechov's sources and composition techniques. The book includes an annotated selection of Èechov's notebook entries and letters which provide new insight into his poetics, production preferences, and Weltanschauung.

Titelbild neu466: NOHEJL, Regine: "Das Andere des Westens" und die "Arche Noah der Weltkultur". Zur Spezifik von Identität und Alterität in russischen kulturgeschichtlichen Diskursen.
München - Berlin, Verlag Otto Sagner, 2009. ISBN 978-3-86688-054-2. Br., Bibl., 279 S., 32,00 Euro (Best.Nr. 1466)
Die Arbeit befasst sich mit der umstrittenen Frage, inwieweit Identitäts- und Alteritätsdiskurse in der russischen Kulturgeschichte durch ein Zusammenspiel von ausgeprägter Bipolarität und universaler Verschmelzungssehnsucht gekennzeichnet sind und sich dadurch signifikant von westlichen Identitätsmodellen unterscheiden. Die aktuelle theoretische Debatte wird systematisch aufgearbeitet, es wird versucht, eine adäquate Methodik zur Untersuchung russischer kulturgeschichtlicher Spezifika zu entwickeln. Die gewonnenen Erkenntnisse werden an verschiedenen Themenfeldern und Epochen exemplarisch erprobt: Analysiert werden die Ursprünge der russischen Identitätsproblematik in der Auseinandersetzung mit der westlichen Identitätsphilosophie (am Beispiel Ivan Turgenevs und Fedor Dostoevskijs), der Einfluss spezifischer Vorstellungen von Identität und Alterität auf ästhetische Grundhaltungen (am Beispiel Nikolaj Gogol's und Anton Èechovs) sowie ihre Reflexe in der Genderproblematik (am Beispiel zeitgenössischer russischer Frauenprosa).

Titelbild neu465: VESTBRUK, Filip: Vajèeslav Ivanov: filologièeskie i filosofskie idei o dionisijstve. Dionis i Dionisijskaja tragedija.
München, Verlag Otto Sagner, 2009. ISBN 978-3-86688-046-7. Br., 312 S., Sachreg., Bibl., Summary, 34,00 Euro (Best.Nr. 1465)
This study centers on the classical scholarship of the Russian poet and scholar Vyacheslav Ivanov (1866-1949). Ivanov's scholarly works, "The Hellenic Religion of the Suffering God" (1904-1905) and "Dionysus and pre-Dionysian Religion" (1923), are dedicated to the religion of the Greek god Dionysus and the origin of Greek tragedy. Although departing from Nietzsche's "The Birth of Tragedy from the Spirit of Music", Ivanov offers a wide range of original insights into these complicated and incessantly debated questions. This study situates Ivanov's ideas in the context of the international scholarly discussions of the 19th and early 20th century and the philosophical influences that played an important role in the evolution of his thought (Nietzsche, Schopenhauer, Schelling, the Slavophiles, and Solov'ev). This book is among the first explorations of this unduly neglected side of Ivanov's multifaceted oeuvre. Without an adequate understanding of Ivanov the scholar we cannot attain a full picture of his work as a whole. (Dr. Philip L. Westbroek studied Theology, Classics and Slavonic Studies at the Universities of Amsterdam and Saint-Petersburg.) In russian language.

Titelbild 464: SLAVISTISCHE LINGUISTIK 2006/2007. Referate des XXXII. und XXXIII. Konstanzer Slavistischen Arbeitstreffens. Gerd Freidhof zum 65. Geburtstag gewidmet. Herausgegeben von Peter Kosta und Daniel Weiss.
München, Verlag Otto Sagner, 2008. ISBN 978-3-86688-044-3. Br., 504 S., 50,00 Euro (Best.Nr. 1464)
Der Band enthält die Referate des XXXII. Konstanzer Slavistischen Arbeitstreffens Männedorf bei Zürich, 18 - 20. September 2006 sowie die Referate des XXXIII. Konstanzer Slavistischen Arbeitstreffens Potsdam, 4.-6. September 2007. Aus dem Inhalt: Wortassoziationen in slavischen und germanischen Sprachen, Johann Wenzel Pohls Beitrag zur Aspektologie, Der slavische Lokativ im Sprachkontakt, Der 'gehen'-Prospektiv im Slovakischen, Zum Einfluss des Russischen auf andere slavische Sprachen im 19.Jh., Temporalität und Kausalität, Zur weißrussichrussischen Hybridität in der weißrussischen "Trasjanka", Postkarten als Quelle zur bulgarischen Sprachgeschichte der ersten Hälfte des 20.Jh., Quantification of NPs/DPs in Slavic, Zwischen Wort und Diskurs: Überlegungen zu Theorie und Methode der Konzeptforschung, Anschaulichkeit als Charakteristikum der russischen Sprache, Überlegungen zur Entstehung des Nominativobjekts im Altrussischen, Evidentialität, Modalität, propositionale Einstellungen und (nicht-) spezifische Referenz, Wer rasiert wird, der verliert, Zur Bedeutungsentwicklung im Jargon (am Beispiel des Serbischen), etc.

Titelbild 463: CARL, Friederike: Klassik und Theateravantgarde. V.E.Mejerchol'ds "Revizor" im Kontext der russischen Klassikerrezeption. München, Verlag Otto Sagner, 2008. ISBN 978-3-86688-042-9. Br., 242 S., 25,00 Euro (Best.Nr. 1463)
Mejerchol'ds "Revizor"-Inszenierung aus dem Jahre 1926 kann als Dreh- und Angelpunkt der Auseinandersetzungen um das klassische literarische Erbe in der jungen Sowjetunion betrachtet werden. Der Regisseur und Theatertheoretiker entwickelte seine künstlerischen Verfahren im expliziten Dialog mit zeitgenössichen Vertretern der russischen Intelligenz. Diese Studie untersucht Mejerchol'ds Klassiker-Rezeption im Kontext der vielstimmigen Debatten der zehner und zwanziger Jahre, und zwar auf dem Wege einer exemplarischen Analyse der legendären "Revizor"-Inszenierung. Am Beispiel von Mejerchol'ds Gogol-Adaption wird im Detail betrachtet, wie der Regisseur Elemente der kulturpolitischen, literarischen und literaturwissenschaftlichen Diskurse - etwa die Debatten um die Aktualität der Klassiker, zeitgenössischer Gogol-Bilder, intertextueller Theorien, Konzepte von Autorschaft, die Entwicklung des modernen Regietheaters - aufnimmt, funktionalisiert und mit seinen eigenen Überzeugungen, seiner Theaterästhetik und seinen Wirkungsabsichten verknüpft.

Titelbild 462: STEINKE, Klaus; YLLI, Xhelal: Die slavischen Minderheiten in Albanien (SMA). 2. Teil: Golloborda - Herbel - Kercishti i Eperm. (= Die slavischen Minderheiten in Südosteuropa, Band 2) München, Verlag Otto Sagner, 2008. ISBN 978-3-86688-035-1. Br., 320 S. m. Tab. und CD, 34,00 Euro (Best.Nr. 1462)
Mit dem 2. Band wird die Veröffentlichung des Materials aus dem DFG-Projekt "Die slavischen Mundarten in Albanien" fortgesetzt. Dieser Teil umfasst das während der letzten fünf Jahre auf mehreren Expeditionen gesammelte Material über die slavischen Mundarten in Mittelostalbanien an der Grenze zu Makedonien. Aufgenommen wurden fünfzehn Dörfer in Golloborda sowie die nördlich davon gelegenen Orte Hebel und Kercishti i Eperm. Damit wird die Kenntnis über die Slavophonen in diesem Bereich, die in wesentlichen Teil noch auf den Werken von Ivanov (1925) und Seliscev (1931) beruhte, aktualisiert. Zusätzlich zur Beschreibung der Ortschaften und der dort gesprochenen Mundart enthält der Band über 100 Seiten Texte, von denen repräsentative Teile auf der beigefügten Audio-CD (MP3) zu hören sind. Die Arbeit richtet sich vornehmlich an Südslavisten, Balkanphilologen, Dialektologen, Kontaktlinguisten und Soziolinguisten, erhält aber aufgrund des aktuellen poltischen Kontextes eine zusätzliche, über rein sprachwissenschaftliche Aspekte hinausgehende Relevanz.

Titelbild 461: ZÜWERINK, Tim: Possessivadjektive in slavischen Sprachen. Morphosyntax und pragmatische Empirie. München, Verlag Otto Sagner, 2008. ISBN 978-3-86688-034-4. Br., 266 S. m. CD, 26,00 Euro (Best.Nr. 1461)
Das so genannte slavische Possessivadjektiv (PA) wird nicht selten als Paradebeispiel für die Einzelsprachen übergreifenden grammatischen Muster in der Slavia verwendet. Heute werden diese Wörter in vielen Slavinen als rezessiv gegenüber konkurrierenden analytischen Ausdrucksformen beschrieben. Die Semantik einer wie auch immer gedeuteten Possessivität steht bei der Bezeichnung dieser Adjektive im Vordergrund, obwohl ihre weit darüber hinausgehenden Funktionen in vielen Arbeiten beschrieben sind. Gegenstand dieser Studie ist zum einen die Frage, wodurch sich die Possessivadjektive von anderen Adjektiven unterscheiden und welche Definitionskriterien für ihre Klassifizierung als Wortart bzw. Untergruppe der Adjektive angesetzt werden können. Zum anderen wurden mit einer für die Linguistik innovativen Conjoint-Analyse verschiedene Faktoren auf ihre Wichtigkeit für die Verwendung der PA in drei ausgewählten slavischen Sprachen (Russisch, Tschechisch und Kroatisch) untersucht, wobei Daten von mehr als 1.150 Muttersprachlern erhoben und ausgewertet wurden.

Titelbild 460: DREWS, Peter: Die Rezeption deutscher Belletristik in Russland 1750 - 1850. München, Verlag Otto Sagner, 2008. ISBN 978-3-86688-006-1. Br., 409 S., 36,00 Euro (Best.Nr. 1460)
Die Studie vermittelt erstmals einen Gesamtüberblick über die Rezeption deutscher schöngeistiger Literatur in Russland von den Anfängen Mitte des 18. Jahrhunderts bis zum Ende der ersten, vor allem um 1820-1830 höchst intensiven Phase ihrer Aufnahme Mitte des 19. Jahrhunderts. Im Mittelpunkt stehen zunächst Aufklärung und Sentimentalismus deutscher Prägung, ehe bald nach 1800 verstärkt Vertreter der Weimarer Klassik, aber nur zögerlich auch Repräsentanten der Romantik in den Vordergrund rücken. Hierbei dominiert bis um 1840 Schiller, bevor dieser seine beherrschende Stellung an Goethe und schließlich an Heine abtreten muss. Der Schwerpunkt der Darstellung liegt auf der Untersuchung russischer publizistischer Reaktionen auf die deutsche Literatur in ihrer weitgehenden Abhängigkeit von zunächst der französischen, und nach der Ära Napoleons zunehmend von der deutschen Literaturkritik. Die Arbeit ergänzt eine Bibliographie von Publikationen deutscher Belletristik auf Russisch mit über 4.500 Titeln.

Titelbild 459: GOLUBOVIC, Biljana: Germanismen im Serbischen und Kroatischen. München, Verlag Otto Sagner, 2007. ISBN 978-3-86688-004-7. Br., 346 S. m. Tab., Literaturverzeichnis und Wörterbuch, 36,00 Euro (Best.Nr. 1459)
Vergleicht man in Bezug auf Wörter, die aus dem Deutschen stammen, die beiden Sprachen und Serbisch, so wird hier beispielhaft deutlich, wie Sprachgemeinschaften sich gegenüber Fremdwörtern unterschiedlich verhalten können. Während in Kroatien zunächst genau wie in Serbien Wörter aus dem Deutschen als Bereicherungen aufgenommen und durch Entwicklungen auf verschiedenen sprachlichen Ebenen zu eigenen gemacht wurden, schlug diese Einstellung im Laufe der Zeit im Kroatischen in einen Purismus um, ganz anders im Serbischen, dem puristische Züge bis heute fremd sind. Die vorliegende Arbeit bietet einerseits eine vergleichende Darstellung der Germanismen im Kroatischen und Serbischen in Geschichte und Gegenwart, wie es sie bisher nicht gegeben hat, weil immer nur von serbokroatischen Germanismen gesprochen wurde, andererseits eine Analyse dieser Wörter in beiden Sprachen, wie sie ausführlicher und vielseitiger bisher nicht durchgeführt wurde. Vor allem werden die Germanismen durch alle Register vom Standard bis zum Jargon hin präsentiert, in welch letzterem sie viel stärker repräsentiert sind als im Standard.

Titelbild 458: STEINKE, Klaus; YLLI, Xhelal: Die slavischen Minderheiten in Albanien (SMA). 1. Teil: Prespa - Vernik - Boboshtica. (= Die slavischen Minderheiten in Südosteuropa, Band 1) München, Verlag Otto Sagner, 2007. ISBN 978-3-87690-989-9. Br., 374 S. m. Tab., 36,00 Euro (Best.Nr. 1458)
Der Band umfasst die während der letzten fünf Jahre im Rahmen eines DFG-Projekts auf mehreren Expeditionen gesammelten Angaben über die heutige Verbreitung der slavischen Minderheiten in Südostalbanien sowie signifikante Aspekte ihrer Mundarten und des Sprachkontakts. Untersucht wurden neun Dörfer am albanischen Ufer des Prespasees sowie die davon etwas abseits gelegenen Ortschaften Vernik und Boboshtica. Eine erneute Untersuchung der slavischen Minderheit in diesem Gebiet wurde erforderlich, da die älteren Arbeiten zu dem Thema schon längst nicht mehr den aktuellen Zustand der Sprachinseln reflektieren. Über ein halbes Jahrhundert war das Sammeln neuen Sprachmaterials und von Daten über die Minderheiten in Albanien unmöglich. Erst die politische Öffnung des Landes 1989 schuf die Voraussetzung dafür. Die sprachliche Analyse der südslavischen Mundarten basiert auf neuen Sprachaufnahmen mit einer Gesamtdauer von über zwanzig Stunden. Ein großer Teil der transkribierten Texte ist auf der beigefügten CD zu hören.

457: MARINELLI-KÖNIG, Gertraud: Russische Kinderliteratur in der Sowjetunion der Jahre 1920-1930. München, Verlag Otto Sagner, 2007. ISBN 978-3-87690-987-5. Br., 293 S. m. zahlr. Abb. u. Bildanhang, umfangr. Bibliographie., 30,00 Euro (Best.Nr. 1457)
Das sprichwörtliche Spiegelbild der Gesellschaft, als das die Kinderliteratur einer bestimmten Epoche gesehen werden kann, ist für das erste Jahrzehnt des Aufbaus der Sowjetgesellschaft von besonderer Relevanz. Die Analyse von Bilderbuchtexten, der Bilderbuchklassiker, der Massenliteratur zeigt uns heute, welche Perspektiven, Lebenswelten, Werte den Kindern im jungen Sowjetstaat vermittelt wurden. Analysiert werden Inhalte, literarische Verfahren, agitatorische Tendenzen, und es wird über theoriegeleitete und ideologische Diskussionen, die damals stattfanden, berichtet. Das Hauptaugenmerk gilt jedoch der Literarizität der Texte selbst, vor allem von Bilderbüchern, die heute hohen Sammlerwert besitzen; waren sie doch Teil des avantgardistischen Kunstschaffens jener Zeit. Die hier veröffentlichte Dissertation, approbiert 1976 unter Prof. Günther Wytrzens am Institut für Slawistik der Universität Wien, basiert auf einem intensiven Quellenstudium in der Lenin-Bibliothek in Moskau und verfolgt einen faktographischen Ansatz. Ergänzt wurde das Verzeichnis der Primärliteratur um eine Anzahl zum Bestand des russischen Kinderbuchschaffens der 1920er Jahre zählender Titel.

Titelbild 456: TRUNTE, Nikolaos H.: Minima Graeca. Eine Einführung in das Griechische für Slavisten in 15 Lektionen. (= Studienhilfen, Band 16) München, Verlag Otto Sagner, 2007. ISBN 978-3-87690-986-8. XVII, 366 S. m. Tab. u. Ill., 24,00 Euro (Best.Nr. 1456)
Das vorliegende Lehrbuch beschränkt sich nicht nur auf das Wesentliche bei der Sprachvermittlung, zielt dabei auch auf slavistische Benutzer ab und bietet daher fast ausschließlich originale Texte, die auch in slavischer Übersetzung vorliegen oder zumindest einen Bezug zur slavischen Welt haben (Septuaginta, Neues Testament, Apokryphen, Weltgeschichten, byzantinische Sachprosa und Hymnographie). Trotz der Ausrichtung an den Bedürfnissen von Slavisten ist dieses Lehrbuch auch für Historiker, Byzantinisten, Theologen und orthodoxe Gläubige, die sich im kirchlichen Erbe besser zurechtfinden wollen, hilfreich. Obwohl für den akademischen Unterricht konzipiert und darin erprobt, ist es dank des beigegebenen vollständigen Glossars und einer Übersetzung aller Lesestücke auch für das Selbststudium geeignet.

Titelbild 455: MERCHIERS, Ingrid: Cultural Nationalism in the South Slav Habsburg Lands in the Early Nineteenth Century: The Scholarly Network of Jernej Kopitar (1780-1844). München, Verlag Otto Sagner, 2007. ISBN 978-3-87690-985-1. Br., 378 S., 36,00 Euro (Best.Nr. 1455)
The author describes the role of the Slovenian intellectual Jernej Kopitar in the rise of a Slovenian revival in the early nineteenth century with special attention to his scholarly network within an international wider South Slav context. His life and work is re-analysed within a new and broader perspective, namely the rise of cultural nationalism as a pre-nationalistic phase in the South Slav Habsburg lands, especially on 19th-century Slovenian territory, which is linked to the theory on cultural nationalism as put forward by the Czech historian Miroslav Hroch. Throughout this research study the central question runs as follows: how and to which extent did Jernej Kopitar create networks, exchange scholarly information and inspiration and thus contribute to the rise of a Slovenian cultural (pre-)nationalistic phase, while working on the interstice between various cultural fields such as linguistics, literary history, cultural history, folklore study, preparation of source editions, etc...?

Titelbild 454: OSCHLIES, Wolf: Lehrbuch der makedonischen Sprache in 50 Lektionen (= Studienhilfen, Band 15). München, Verlag Otto Sagner, 2007. ISBN 978-3-87690-983-7. Br., 183 S., 16,00 Euro (Best.Nr. 1454)
Das Interesse an der makedonischen Sprache steigt allenthalben - auch und gerade in Deutschland, das mit der Republik Makedonien in vielfältigster Weise verbunden ist. Das hier vorgelegte kleine "Lehrbuch der makedonischen Sprache" stellt eine grundlegende Überarbeitung und sprachliche Modernisierung der längst vergriffenen älteren Auflagen (1984, 1986) dar. Es bietet eine kompakte Einführung in die komplizierte Geschichte Makedoniens und der Makedonen und beschreibt die Entwicklung und Entstehung des Makedonischen als slavischer Standardsprache. In 50 Lektionen wird übersichtlich und leicht verständlich die Grammatik des heutigen Makedonischen ausgebreitet, dazu kommen zahlreiche grammatische Übungen; die zitierten Texte bieten Muster paktischer Alltagskonversation, dann zahlreiche interessante Sprichwörter, auch Gedichte und Prosa sowie die Zehn Gebote und das Vaterunser auf Makedonisch.

Titelbild 453: SLAVISTISCHE LINGUISTIK 2004/2005. Referate des XXX. und XXXI. Konstanzer Slavistischen Arbeitstreffens. Herausgegeben von Tilman Berger, Jochen Raecke, Tilmann Reuther.
Referate des XXX. Konstanzer Slavistischen Arbeitstreffens Klagenfurt, 13.-17. September 2004 und Referate des XXXI. Konstanzer Arbeitstreffens Freudenstadt, 19.-23. September 2005.
München, Verlag Otto Sagner, 2006. ISBN 978-3-87690-984-4. Br., 465 S., 46,00 Euro (Best.Nr. 1453)
Inhalt: Sprachmischung in ukrainischer computervermittelter Kommunikation; Sprachkontakt und Syntax. Zur Position des Verbs im modernen Obersorbischen; Syntax und Semantik des 'vdrug'-Feldes; Provokative Äußerungen und Kausalität; Zur Klassifikation sekundärer Prädikate am Beispiel von als-Phrasen des Deutschen und jako-Phrasen des Polnischen; Eventonyme im Russischen und Tschechischen; Namensverwendungen im Text (am Beispiel von Alexandra Marininas 'Auf fremdem Terrain'; Unicode 4.1 and Slavic Philology. Problems and Perspectives; Dialogizität und Perspektivierung in autobiographischen Erzählungen; Zum Erwerb der mikrostrukturellen narrativen Kompetenz; Aspekte der audiovisuellen Dialektologie; Inkrementelles Patiens und Verbalaspekt im Russischen; Funktionswandel der Sprache (auch) in der slavischen Anzeigenwerbung; Kontrastive Textpragmatik am Beispiel russischer und deutscher Zubereitungsanleitungen; Tiere in der Sowjetpropaganda.

Titelbild 452: POREBSKA, Marlena: Das Kaschubische: Sprachtod oder Revitalisierung? Empirische Studien zur ethnolinguistischen Vitalität einer Sprachminderheit in Polen. München, Verlag Otto Sagner, 2006. ISBN 978-3-87690-982-0. Br., 272 S., 26,00 Euro (Best.Nr. 1452)
Obgleich im Zuge der Renaissance der europäischen Minderheitenforschung nicht nur in Polen die Diskussionen zu linguistischem Status und sprachlicher Vitalität des Kaschubischen intensiver geführt werden, liegt lediglich eine geringe Anzahl an empirischen Untersuchungen vor. Ziel der vorliegenden Studie ist es, sich der theoretischen Debatte um Zustand und Zukunft des Kaschubischen durch die Sammlung aktueller Daten zur Sprachpraxis der Ethnie methodisch von einer neuen Perspektive aus zu nähern. Im Fokus der sprachsoziologischen Betrachtungen steht die domänenspezifische Verwendung des Ethnolekts sowie die Bestimmung extralinguistischer Spracherhaltungsfaktoren für das Minderheitenidiom. Die Analyse der Sprachkontaktsituation mit dem Polnischen basiert auf den ersten extensiven Feldforschungen nach der Wende 1989, die in weiten Teilen der Kaschubei im Zeitraum von 2000 bis 2005 durchgeführt wurden und neben einer umfangreichen Fragebogenerhebung unter 1.000 Kaschubischsprechern sprachbiographische Interviews sowie teilnehmende Beobachtungen beinhalten.

Titelbild 451: EOM, Jeehyeon: Rhythmus im Akzent. Zur Modellierung der Akzentverteilung als einer Grundlage des Sprachrhythmus im Russischen. München, Verlag Otto Sagner, 2006. ISBN 978-3-87690-981-3. Br., 200 S., 24,00 Euro (Best.Nr. 1451)
Hinter dem Phänomen des Sprachrhythmus verbergen sich komplexere Sachverhalte, denen bislang nicht ausreichend Beachtung geschenkt worden ist. Das vorliegende Buch beleuchtet diesen Umstand, stellt die gängigen Ansichten zum Sprachrhythmus in Frage und schlägt einen Paradigmenwechsel vor. Eine weitere konzeptionelle Grundlage des in dem Buch beschrittenen Wegs bildet die sowohl begrifflich als auch terminologisch konsequente, strenge Unterscheidung zwischen Akzent und Betonung im Russischen. Nach einer Begründung dafür, sich in der Untersuchung auf die Akzentverteilung zu konzentrieren, werden mit quantitativ-linguistischen Methoden Modellierungsansätze erarbeitet, die zur exakten Erfassung des zu beschreibenden Phänomens herangezogen werden. Die Modellansätze werden hierbei ausführlich auf der mathematischen und der linguistisch-analytischen Ebene dargestellt, um weitere Modellentwicklungen und -anwendungen zu ermöglichen.

Titelbild 450: DYKSTRA, Tom E.: Russian Monastic Culture. "Josephism" and the Iosifo-Volokolamsk Monastery 1479-1607. München, Verlag Otto Sagner, 2006. ISBN 978-3-87690-980-6. Br., 264 S. m. Literaturverz., 26,00 Euro (Best.Nr. 1450)
Many historians believe medieval Russian monks were predominantly peasants meekly obeying upper class abbots, while others assert monastery brotherhoods were elitist, composed primarily of former landlords. Most accept the proposition that monastic political culture was fundamentally absolutist, and some attribute Russian secular political absolutism to monastic influence. This book examines these questions in depth, applying statistical analyses for the first time to questions of social history which have until now been addressed only with anecdotal evidence. By means of a detailed examination of the entire monastic brotherhood of the leading monastery of the sixteenth century, the author refutes both the predominantly-peasant and the predominantly-landowner theses. In their place is a graphic demonstration of the complex relationship between social status outside and inside the monastery. In addition, an examination of the monastic Rule of Iosif of Volokolamsk and its impact on the monastery s history provides a new view of "Josephism".

Titelbild 449: SONNENHAUSER, Barbara: Yet There's Method In It. Semantics, Pragmatics and the Interpretation of the Russian Imperfective Aspect. München, Verlag Otto Sagner, 2006. ISBN 978-3-87690-973-8. Br., 272 S. m. Literaturverz., 26,00 Euro (Best.Nr. 1449)
The present study is concerned with aspect semantics and interpretation, the main focus being on the Russian imperfective aspect. Combining selection theory, interval semantics and neo-Gricean pragmatics, a cross-linguistic theory of aspect is established that allows for language specific analyses based on a clearly structured typology of aspect systems. The semantics of aspect is captured by a cross-linguistically available set of features and relations that are language-specifically modified within predictable ranges. This semantic basis is embedded into a pragmatic framework consisting of generalised conversational implicatures, which are employed in order to guide the inference of additional information in a systematic way. This interaction of semantics (encoded information) and pragmatics (inferred information) allows to straightforwardly account for the interpretation of the Russian imperfective aspect. The cross-linguistic applicability of the proposed analysis is illustrated by referring to the aspect systems in Bulgarian and Turkish.

Titelbild 448: NITSCHKE, Claudia: Die Novgoroder Namenlandschaft zu Beginn des 17.Jahrhunderts. München, Verlag Otto Sagner, 2006. ISBN 978-3-87690-972-1. Br., 301 S. m. Literatur- und Namenverzeichnis., 30,00 Euro (Best.Nr. 1448)
Am 16. Juli 1611 erstürmten schwedische Truppen unter Jakob de la Gardie die nordwestrussische Stadt am Volchov. Bei ihrem Abzug im Frühjahr 1617 nahmen die Schweden das in der Besatzungszeit entstandene Verwaltungsarchiv mit sich, das sich heute im Schwedischen Reichsarchiv zu Stockholm befindet. Das Novgoroder Okkupationsarchiv 1611-1617 bietet auf ca. 28.000 Blatt reichhaltiges Material zur Erforschung der Real- und Sachgeschichte sowie zur Sprachgeschichte Novgorods. Vorliegende Arbeit liefert einen Beitrag zur altrussischen Anthroponymie. Das auf rund 1.900 Blatt vorkommende Namenmaterial wurde analysiert mit dem Ziel, den Entwicklungsstand der altrussischen Personennamen zu Beginn des 17. Jahrhunderts nachzuzeichnen. Das schließt auch die Betrachtung der vorangehenden Jahrhunderte sowie einen Vergleich mit Personennamen(modellen) in anderen Slavinen ein. Die Arbeit ist somit gleichzeitig eine kleine vergleichende Geschichte der russischen Personennamenkunde.

Titelbild 447: BUNÈIÆ, Daniel: Die ruthenische Schriftsprache bei Ivan U¾evyè. München, Verlag Otto Sagner, 2006. ISBN 978-3-87690-932-5. Br., 592 S., 48,00 Euro (Best.Nr. 1447)
Nachdem Helmut Keipert gezeigt hat, dass das anonyme Gesprächsbuch ein Autograph Ivan U¾evyès, des Autors der ersten ostslavischen Grammatik (1643/45), ist, wird nun die Sprache U¾evyès insgesamt neu betrachtet. Insbesondere werden ausgesuchte Teile des ruthenischen Grund- und Kulturwortschatzes der in ihrer Alltagsnähe einmaligen 'Rozmova' detailliert untersucht und mit der Lexik der polnischen Parallelübersetzung verglichen, um die Frage nach der (Un-)Abhängigkeit der ruthenischen Schriftsprache vom Polnischen genauer zu ergründen. Das beigefügte Wörterverzeichnis enthält zu allen ruthenischen Wörtern in den Texten die lateinischen, polnischen und kirchenslavischen Parallelen. Darüber hinaus werden bisherige Versuche der Lokalisierung seines Dialekts in der heutigen Ukraine oder Weißrussland kritisch untersucht. Insgesamt zeigt diese umfassende Monographie, dass die Sprache ruthenischer Autoren nicht im Kontext einer einzigen Nationalphilologie gesehen werden darf, sondern aus der breiteren Perspektive einer 'Ruthenistik' zu betrachten ist.

Titelbild 446: NIEDERBUDDE, Anke: Mathematische Konzeptionen in der russischen Moderne. Florenskij - Chlebnikov - Charms. München, Verlag Otto Sagner, 2006. ISBN 978-3-87690-930-1. Br., 462 S. m. ausführl. Literaturverz., 38,00 Euro (Best.Nr. 1446)
Trotz ihrer großen Bedeutung nimmt die Mathematik im kulturellen Bewußtsein eine eher periphere Stellung ein. Entsprechend steckt auch die wissenschaftliche Erforschung des Verhältnisses von Kunst und Mathematik noch in den Anfängen. Die vorliegende Arbeit untersucht den Stellenwert der Mathematik in Philosophie und Literatur zu Beginn des 20.Jhs. am Beispiel von drei Autoren: dem Religionsphilosophen Pavel Florenskij, dem Futuristen Velimir Chlebnikov und dem absurdistischen Schriftsteller Daniil Charms. Die zentrale Stellung der Mathematik ist das verbindende Glied zwischen den drei Autoren; sie vertreten jedoch unterschiedliche Mathematikkonzepte, wie an ausgewählten Themenkomplexen (Unendlichkeit, Anschauung, Geometrie, Anwendung von Mathematik, Status und Bedeutung von Zahlen und Zeichen) gezeigt wird. Den Ausgangspunkt und Hintergrund der Arbeit bildet die mathematisch-philosophische Grundlagendebatte der Jahrhundertwende (19./20.Jh.).

Titelbild 445: ZORIC, Andreja: Nationsbildung als "kulturelle Lüge". München, Verlag Otto Sagner, 2005. ISBN 3-87690-928-7. Br., 216 S., 24,00 Euro (Best.Nr. 1445)
Ausgehend von der Tatsache, dass es sich bei Nationen nicht um natürliche Gegebenheiten sondern um konstruierte Gemeinschaften handelt, werden in der vorliegenden Arbeit die Nationsbildungsprozesse der im 19.Jahrhundert wiedererweckten Kroaten und Tschechen literaturwissenschaftlich und kultursemiotisch untersucht. Im Vordergrund steht dabei neben dem Vergleichsaspekt die Frage der Konstruiertheit oder gar Lügenhaftigkeit der beiden Wiedergeburtsprozesse. Zur Beurteilung des Konstruktionscharakters kultureller Erfindungen oder Neuerungen entwickelt die Verfasserin das Konzept der erfolgreichen beziehungsweise erfolglosen kulturellen Lüge. Mittels dieser Unterscheidung gelingt es ihr, die jeweiligen nationalen Selbstbeschreibungsmodelle hinsichtlich ihrer Funktionalität und Attraktivität zu klassifizieren.

Titelbild 444: DREWS, Peter: Schiller und die Slaven. München, Verlag Otto Sagner, 2005. ISBN 3-87690-927-9. Br., 290 S., 28,00 Euro (Best.Nr. 1444)
Diese umfangreiche Studie behandelt erstmalig die gesamte Rezeption der Werke Schillers in allen relevanten slavischen Literaturen bis 1900. Sie konzentriert sich auf die Übersetzungen seiner Dichtungen in die entsprechenden Sprachen sowie die jeweiligen Reaktionen auf sein Schaffen in wissenschaftlichen Kreisen wie in der breiteren literarischen Öffentlichkeit. Hierbei wird nicht zuletzt auch berücksichtigt, inwiefern die jeweiligen nationalsprachlichen publizistischen Äußerungen zu Schiller eine eigenständige slavische Meinungsbildung widerspiegeln bzw. in ihrer Abhängigkeit von ausländischen Quellen gegebenenfalls weit eher vor allem deutsche bzw. französische Urteile zu seinem Werk reflektieren. Die Darstellung ergänzt eine detaillierte, mehr als 1.600 Titel umfassende Bibliographie der Übertragungen von Werken Schillers in sämtliche slavischen Sprachen bis 1900.

443: WERBERGER, Annette: Postsymbolistisches Schreiben. Studien zur Poetik des Akmeismus und Osip Mandel'stams. München, Verlag Otto Sagner, 2005. ISBN 3-87690-926-0. Br., 330 S. mit ausführlichem Anhang und Literaturverzeichnis., 33,00 Euro (Best.Nr. 1443)
Seit Zirmunskij gelten die Akmeisten als "Überwinder des Symbolismus", was zu vielen Missverständnissen über die akmeistische Poetik geführt hat. Während die Symbolisten die Vieldeutigkeit des Wortes als Grundlage der Metaphorik für sich entdeckten, sind sich die Akmeisten stärker des Zusammenhangs von Identität und Pluralität des Wortes bewusst. Sie begreifen die Idee einer völligen Unabhängigkeit der dichterischen Sprache von der Alltagssprache als Illusion und Gefahr und pragmatisieren das symbolistische Sprachverständnis nachhaltig. Akmeistisches Schreiben versucht sich auf verschiedenen Ebenen referentiell zu verankern und eine Art "neuen Realismus des Schreibens" zu erschaffen. Die Akmeisten versuchen dabei in ihren Texten, über eine größere zeitlich-räumliche und kulturelle Kontextualisierung, die Aufnahme von Realitätssubstraten, eine stärkere Einbindung der Alltagssprache, dialogische Wendungen, das Aufgreifen einer historischen Formensprache oder eine narrative Parlandogestik wieder Authentizität und Wirklichkeit zu gewinnen. - Die Arbeit bietet zugleich einen kurzen Ausblick auf die Rezeption des Akmeismus durch Brodskij, Celan und Grünbein.

442: SLAVISTISCHE LINGUISTIK 2003. Referate des XXIX. Konstanzer Slavistischen Arbeitstreffens Bamberg, 15. - 19.9.2003. Herausgegeben von Sebastian Kempgen. München, Verlag Otto Sagner, 2005. ISBN 3-87690-923-6. Br., 363 S.,36,00 Euro. (Best.Nr. 1442)
Inhalt: T. BERGER: Zur Problematik der Übersetzung pronominaler und nominaler Anredeformen. - W. BREU: Verbalaspekt und Sprachkontakt. Ein Vergleich der Systeme zweier slavischer Minderheitensprachen (SWR/MSL). - W. GIRKE: Funktionale Aspekte expliziter und impliziter Lokalangaben. - S. KEMPGEN: Das 'Gesetz der offenen Silben' in synergetischer Betrachtung. - V. LEHMANN: Zur Beschreibung von Aspektfunktionen: Beispiel Sachverhaltskoinzidenz. - H.R.MEHLING: Zur Artikelfunktion der Opposition zwischen est' und Nullform in russischen Seinssätzen vom Typ U moego brata (est') russko-latysskij slovar'. Ein Vergleich mit der entsprechenden haben-Konstruktion im Deutschen. - J. RAECKE: Erzählen mit Bildern und Erzählen mit Worten - Gemeinsamkeiten und Unterschiede. E Kusturicas Film "Underground" und D. Kovacevic' Roman "Bila jednom jedna zemlja". - Rathmayr, R., E. SCHIMPFÖSSL: Lebensmittelnamen als Spiegel oder Zerrspiegel der Kultur: Parallelen und Unterschiede bei motivierten und nichtmotivierten Lebensmittelnamen am Beispiel des Russischen und Deutschen. - Lj. Reinkowski: Der Sprachwandel der Enklitika im Kroatischen (neueste Entwicklungen der Jahre 1995-2003); u.a.

441: ACHTERBERG, Jörn: Zur Vitalität slavischer Idiome in Deutschland. Eine empirische Studie zum Sprachverhalten slavophoner Immigranten. München, Verlag Otto Sagner, 2005. ISBN 3-87690-934-1. Br., 316 S., 32,00 Euro. (Best.Nr. 1441)
Deutschland hat sich sukzessive zum größten Einwanderungsland Europas entwickelt und wird immer stärker vom Bild einer multikulturellen und multilingualen Gesellschaft geprägt. Dem Thema Mehrsprachigkeit aber wird insbesondere in Bezug auf slavische Migrationsidiome nur wenig Beachtung geschenkt. Ziel der vorliegenden Studie ist die empirische Erforschung des aktuellen Sprachverhaltens slavophoner Immigranten und die Bestimmung der Vitalität ihrer Muttersprachen. Anhand einer deutschlandweiten Enquete unter 500 Zuwanderern werden detaillierte mikrosoziologische Daten zum Gebrauch der slavischen Sprachen in Abhängigkeit von Personen, Themen und Situationen erhoben und der Einfluss sprachökologischer Faktoren wie Attitüden, Motivationen, Identität und soziales Netzwerk der Sprecher auf die Sprachverwendung und den Spracherhalt untersucht. Zudem wird auf der Grundlage interdisziplinärer Ansätze zur Beschreibung von Sprachminderheiten die Vitalität der Slavinen komparativ analysiert, womit die gegenwärtige Situation und die zukünftige Entwicklung der Slavia in Deutschland im Allgemeinen und spezifische Tendenzen der Ethnolekte im Besonderen aufgezeigt werden.

Korom, Marija: Kroatisch für die Mittelstufe. Lese- und Übungstexte. Dritte, neu bearbeitete und erweiterte Auflage. (= Studienhilfen, Band 8). Siehe Band 369.

Titelbild 440: GAZDÍKOVÁ, Martina: Die tschechischen Kontaktwörter in der slovakischen Sprachpraxis und in der zeitgenössischen Slovakistik. München, Verlag Otto Sagner, 2005. ISBN 3-87690-903-1. Br., 339 S. m. Bibliographie und ausführlichem Anhang, 26,00 Euro (Best.Nr. 1440)
Die vorliegende Arbeit setzt sich mit den Wörtern im Slovakischen auseinander, die als "Tschechismen" bzw. als "tschechische Kontaktwörter" gelten. Damit geht sie auf eines der brisantesten Themen in der Slovakistik ein. Sie untersucht den heutigen normativen Status der genannten Wörter und seine Veränderungen nach dem gesellschaftlich-politischen Umbruch am Ende der 80er und zu Beginn der 90er Jahre. Sie geht sodann der Frage nach, wie die aktuelle normativistische Be- bzw. Abwertung dieser Wörter in der Sprachpraxis befolgt wird. Die empirische Untersuchung konzentriert sich auf die Pressesprache. Die Ergebnisse der soziolinguistischen Umfrage und exemplarische Auszüge aus Internetforen veranschaulichen, welche Haltung die slovakischen Sprecher zu den untersuchten Wörtern einnehmen. Die Arbeit enthält darüber hinaus einen historischen Überblick zum slovakisch-tschechischen Sprachkontakt und einen Index von ca. 1.800 lexikalischen Einheiten.

Titelbild 439: LARSEN, Karin: The Evolution of the System of Long and Short Adjectives in Old Russian. München, Verlag Otto Sagner, 2005. ISBN 3-87690-901-5. Br., 283 S. m. ausführlichem Anhang, 26,00 Euro (Best.Nr. 1439)
The present study is a comprehensive analysis of the evolution of the system of long and short adjectives in Old Russian, a profound language change to which very little previous research has been devoted. It is generally assumed that in prehistoric Slavic, the system was purely grammatical with the long form denoting definiteness and the short form denoting indefiniteness. The present study finds, on the basis of evidence collected from Old Russian chronicle texts, that even the earliest of these sources display a substantially transformed system no longer reflecting the opposition between definiteness and indefiniteness, but governed by parameters of information structure.

Titelbild 438: FREI, Bohumil Jiøí: Tschechisch gründlich und systematisch. Ein Lehrbuch. Band 3. (= Studienhilfen, Band 14).
München, Verlag Otto Sagner, 2005. ISBN 3-87690-895-7. Br., 216 S., 18,00 Euro (Best.Nr. 1438)
Das Lehrbuch für Anspruchsvolle, die das Tschechische systematisch und gründlich lernen wollen, liegt jetzt vollständig vor. Von Anfang an verband das Lehrbuch Theorie und Praxis. Gründlichen theoretischen Erklärungen folgten ebenso gründliche praktische Übungen auf der Basis eines reichen, ständig erweiterten Wortschatzes. In dieser Weise wird zuerst die Phonetik dargestellt, dann immer weitere Bereiche aus Morphologie und Syntax; dabei finden neben der Hochsprache auch die verschiedenen volkssprachlichen Abweichungen Berücksichtigung. In derselben Weise fährt nun auch der dritte Band fort: Unter reichlicher Anführung von Beispielen werden Schritt für Schritt immer neue grammatische Bereiche behandelt, auch durchaus schwierige und meistens vernachlässigte. Auch die Spannweite der sprachlichen Schichtung wird noch erweitert; sie reicht jetzt von der Dichtersprache über die Hoch- und Volkssprache bis zu den gängigen Vulgarismen. Besondere Beachtung wurde der im mündlichen Verkehr mehrheitlich verwendeten Gemeinsprache gewidmet. Das Lernziel aller drei Bände ist die Befähigung, das Tschechische auf hohem Niveau in Wort und Schrift aktiv und passiv zu gebrauchen.
Band 1: Slavistische Beiträge Band 351, 1997.
Band 2: Slavistische Beiträge Band 372, 2. durchgesehene Auflage, 2005.


Slavistische Beiträge Band 389 / 2000 - 437 / 2004
Slavistische Beiträge Band 323 / 1995 - 388 / 1999
Slavistische Beiträge Band 253 / 1990 - 322 / 1994
Slavistische Beiträge bis Band 252 / 1989


Letzte Änderung: 14.01.2010 - Kommentar senden - Bestellungen senden